[Event "Match Alekhine-Blumenfeld +4-1=1"] [Site "Moscow"] [Date "1908.10.??"] [Round "2"] [White "Blumenfeld, Benjamin Markovich"] [Black "Alekhine, Alexander"] [Result "0-1"] [Annotator "Alekhine,Alexander"] [ECO "C41"] [WhiteFideId "-1"] [WhiteFideId "-1"] [PlyCount "66"] [GameId "1107656676409344"] [EventDate "1908.10.??"] [EventType "match"] [EventRounds "5"] [EventCountry "RUS"] [SourceTitle "EXT 2001"] [Source "ChessBase"] [SourceDate "2000.11.22"] [SourceVersion "1"] [SourceVersionDate "2000.11.22"] [SourceQuality "1"] {[%evp 0,66,20,8,21,6,21,46,34,9,22,21,38,25,55,26,37,42,46,32,34,26,29,-15,-99,16,-32,17,34,-23,-18,-8,-15,-47,-13,-84,-106,-84,-96,-28,-45,26,-16,37,-33,-70,-7,-60,-15,-129,-96,-101,-77,-74,-81,1,-109,-112,-203,-165,-145,-302,-375,-545,-645,-29997,-29998,-29999,-29999]} 1. e4 {1) Aljechin, "Meine besten Partien 1908-1923", 1983, S. 92-95;} e5 2. Nf3 d6 3. d4 Nd7 ({Exakter ist hier das später von Nimzowitsch eingeführte} 3... Nf6 {da die Variante} 4. dxe5 Nxe4 5. Bc4 c6 {usw. für Schwarz ganz unbedenklich ist.}) 4. b3 {Nach diesem Zug allerdings ist Schwarz vor Überraschungen gesichert und kann sich ruhig weiter entwickeln.} ({Auf den Textzug 3. ... Sd7 ist die Fortsetzung von Schlechter} 4. Bc4 c6 5. Nc3 Be7 6. Ng5 {usw. stark.}) 4... c6 5. Bb2 Qc7 6. Nbd2 Ne7 {Der Springer wird nach g6 entwickelt, von wo er nicht nur den Punkt e5 deckt, sondern auch den durch die Fianchettierung des weißen Damenläufers geschwächten Punkt f4 zu besetzen droht.} ({Mit der Absicht, auf} 6... Ngf6 {den Gegner durch} 7. Nc4 {zum Aufgeben des Zentrums zu zwingen. Schwarz vereitelt dies auf die einfachste Weise mit 6. ... e7!}) 7. Be2 {Infolgedessen wäre es für Weiß besser gewesen, den Königsläufer nach g2 zu entwickeln, denn auf e2 steht er im folgenden ganz wirkungslos.} Ng6 8. O-O Be7 9. a4 {Dadurch verliert Weiß Zeit. Der Zug b5 war hier nicht zu befürchten, und Schwarz hätte es natürlich auch nie gespielt.} O-O 10. Nc4 Rd8 {Die d- Linie ist ebenso wichtig wie z.B. die e- Linie in der Abtauschvariante der französischen Partie.} 11. Qc1 {Es ist begreiflich, dass die Dame sich auf der d- Linie nicht recht wohl fühlt; aber zunächst musste 11. Tfe1 geschehen, um den zwar momentan untätigen aber für die Zukunft wichtigen Königsläufer behalten zu können. Schwarz nützt diesen kleinen Fehler des Gegners sofort aus.} Nf4 12. Re1 Nxe2+ 13. Rxe2 f6 {Nach dem verschwinden des entsprechenden gegnerischen Läufers könne die weißen Felder unbedenklich geschwächt werden.} 14. Nh4 Nf8 {Nun soll auch der zweite Springer mit der Zeit nach f4 geführt werden.} 15. Ne3 Ne6 16. dxe5 {Weiß hat sich überzeugt, dass er die Öffnung der d- Linie auf die Dauer doch nicht verhindern kann. Und diese Erkenntnis ist eine Verurteilung seiner ganzen Eröffnungsstrategie.} ({In der Tat wäre die Fortsetzung} 16. Nhf5 Bf8 17. c3 g6 18. Ng3 Nf4 19. Rd2 Be6 20. Qc2 Qf7 {usw. für ihn noch weniger einladend gewesen.}) 16... dxe5 17. Nhf5 Bb4 $1 {Ein feines Manöver, welches letzten Endes die Besetzung der d- Linie bezweckt. Zunächst wird durch die Drohung Sf4 die den Punkt d3 schwächende Antwort erzwungen.} 18. c3 ({Oder A.)} 18. g3 Ng5 {usw.}) (18. f3 Nf4 19. Rf2 Bxf5 20. exf5 (20. Nxf5 Bc5 21. Ne3 Qb6 {usw. mit Bauerngewinn)}) 20... Bc5 {und Schwarz, der mit Sd5 und auch mit Db6 droht, muss gewinnen.}) 18... Nf4 {Es war wichtig, das Tempo für den Abtausch auf f5 welcher den Damenturm befreit, zu gewinnen.} ({Nach} 18... Bf8 19. Rd2 Nf4 20. Rxd8 Qxd8 21. Qd1 {hätte Weiß sich ausreichend verteidigen können.}) 19. Rd2 Bxf5 20. Nxf5 Bc5 21. b4 {Sonst befestigt sich der Läufer nach a7-a5 auf der wichtigen Diagonale g1-a7. Wie trostlos steht aber jetzt der Läufer b2!} Bf8 22. Rxd8 Rxd8 23. Qc2 Qd7 24. Rf1 {Um die eventuelle Mattdrohung auf der ersten Linie - nach dem Entfernen der weißen Dame - zu beseitigen.} Qd3 25. Qb3+ ({Nach} 25. Qxd3 Rxd3 26. Ng3 c5 $1 27. bxc5 Bxc5 {mit folgendem Td2 usw. wäre die weiße Stellung ganz hoffnungslos.}) 25... Kh8 26. Ng3 {Offenbar erzwungen! Schwarz beherrscht nun das ganze Brett.} h5 {Hier verfehlt er aber den einfachsten und sichersten Weg zum Gewinn,} ({der über} 26... Ne2+ 27. Nxe2 Qxe2 {usw. zu erzwingen war, da Weiß zunächst bei schlechter Stellung einen Bauern verloren hätte,} 28. Bc1 Qxe4 29. Qf7 c5 30. bxc5 Bxc5 31. Qc7 Bb6 {usw. mit leichtem Gewinnspiel. Der Textzug erschwert die Sache etwas.}) 27. Bc1 {Darauf wird sie allerdings wieder einfach.} ({Es musste unbedingt} 27. h4 {geschehen, worauf es für Schwarz nicht unbedenklich gewesen wäre, den Königsflügel durch} g5 {weiter zu entblößten - und zwar wegen} 28. Qf7 Bg7 29. hxg5 fxg5 30. Bc1 $1 {usw.}) 27... h4 {Der Schluss spielt sich nun von selbst.} (27... Ne2+ 28. Nxe2 Qxe2 29. Ba3 Qxe4 30. Qf7 c5 31. Qxh5+ Kg8 {usw. durch sein positionelles Übergewicht wohl doch gesiegt, aber nicht so schmerzlos wie nach 26. Se2+}) 28. Bxf4 exf4 29. Nf5 h3 {Entscheidend, wie es die folgenden Varianten beweisen:} ({Falls nun} 29... Qxe4 {so} 30. Nxh4 {mit verteidigungsfähigem Spiel. Dem Schwarzen steht aber eine viel stärkere Fortsetzung zur Verfügung.}) 30. Qe6 ({I.)} 30. f3 Qe2 31. gxh3 Rd2 {und gewinnt.}) ({II.)} 30. gxh3 Qxe4 31. Nd4 Rxd4 32. f3 Qe3+ {Nach Fritz 11 Matt in 10 Zügen}) ({III.)} 30. Re1 Qd2 31. Rf1 Qe2 {und gewinnt.}) 30... hxg2 31. Kxg2 {So wird Weiß mattgesetzt.} f3+ 32. Kg1 Qxf1+ 33. Kxf1 Rd1# 0-1
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