[Event "freie Partie"] [Site "Leutersdorf"] [Date "2021.01.29"] [Round "?"] [White "Rößler, Frank - Peter"] [Black "Ender, Lutz"] [Result "*"] [ECO "C42"] [WhiteElo "1817"] [BlackElo "1460"] [Annotator "Frank-Peter Rößler"] [PlyCount "65"] [EventDate "2021.01.29"] [EventType "game"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2021.01.30"] {[%evp 0,65,61,32,40,39,82,16,36,-159,-101,-92,-82,-88,-40,-60,-52,-76,32,-1,0, 0,65,20,83,83,96,88,88,101,99,83,85,57,62,40,16,28,28,40,33,14,28,14,31,11,22, -2,30,30,66,28,34,47,43,33,36,39,37,10,69,24,14,20,32,35,35,49]} 1. e4 e5 2. Nf3 Nf6 3. Nxe5 d6 {[#]} (3... Nxe4 4. Qe2 Nf6 5. Nc6+) 4. Nxf7 $5 {Dieses Springeropfer geht auf den Schachspieler Cochrane zurück. Es ist strategisch orientiert und die Kompensation für den Springer liegt neben den materiell unzureichenden zwei Bauern im Raumvorteil und der schlechten Figurenkoordination von Schwarz. Computer sehen Schwarz etwas besser. Eine solche Stellung ist etwas für unternehmungslustige Spieler.} ({Die solidere Variante ist} 4. Nf3 Nxe4 5. d4 (5. Nc3 Nxc3 6. dxc3) 5... d5) 4... Kxf7 { Das Cochrane-Gambit erlernte ich in jungen Jahren aus Mazukewitschs Buch "Seltene Gambits" (Sportverlag 1987). Damals suchte man noch den ultimativen Totschlägerzug und die Weltmeisterschaftspartien zwischen Karpow und Kasparow enthielten eine ganze Reihe Russischpartien, die mir aber mit der Standardfortsetzung alle zu positionell waren. Das Brett musste brennen, der Gegner um Gnade winseln ...} 5. Nc3 ({Magnus Carlsen spielte in einer Blitzpartie} 5. d4 c5 6. Nc3 cxd4 7. Bc4+ Ke8 8. Qxd4 Nc6 9. Qe3 Qb6 10. Qg3 Nd4 11. O-O Be6 12. Bxe6 $2 ({Niclas Huschenbeth} 12. Bd3 $15) 12... Nxe6 13. Nd5 Qc6 14. Nxf6+ gxf6 15. Qg4 Ke7 16. Bd2 h5 17. Qg6 Bh6 18. Bc3 Raf8 19. Rfe1 Bf4 20. Rad1 Be5 21. Re3 Rfg8 22. Qf5 Nf4 23. Bxe5 dxe5 24. h4 Nxg2 25. Rg3 Ne3 {0-1 (25) Carlsen,M (2882)-Yu,Y (2752) Saint Louis 2019}) 5... Be7 6. d4 Re8 { Im Bestreben, den König in Sicherheit zu bringen, aktiviert Lutz den Königsturm.} (6... g6 {Auch hier kommt der Turm später noch nach e8. Erst aber gönnt Schwarz seinem Monarchen einen sicheren Platz auf g7.} 7. Bh6 Be6) 7. Bc4+ Kf8 (7... Be6 8. Bxe6+ Kxe6 9. f4 $15 Kf7 10. O-O Kg8 11. e5 (11. Be3) 11... dxe5 12. fxe5 Nd5 13. Ne4 Nc6 14. c3 ({Aggressiv sieht} 14. Qg4 {aus. Immerhin greifen 4 von 5 Figuren an.} {So führt das gierige} Nxd4 $2 {nach} 15. Bh6 g6 16. Rad1 {zum Rückgewinn der Figur mit Zinsen.})) 8. Qf3 ({Besser war} 8. O-O $11) 8... Qd7 (8... c5 $1 $17 9. dxc5 {und nun nicht etwa} dxc5 ( 9... Nc6 10. O-O) 10. O-O) 9. h3 Nc6 10. Be3 $11 {[#] In der Partie ging ich davon aus besser zu stehen. Der festgeklemmte schwarze König und weißer Raumvorteil sollten im Verbund mit den beiden Bauern eine mehr als ausreichende Kompensation für den Springer darstellen. Aber wie klagte schon ein Großmeister: Diese Blechdosen finden immer einen Ausgleich.} Nb4 $6 { Der greift nichts an.} (10... Na5 {Der Springer musste sich um den Lc4 kümmern.} 11. Bd3 Nc6 $11) 11. O-O-O ({Vielleicht war} 11. Bb3 {noch besser. Das zeigt sich aber erst später.}) 11... c6 (11... b5 {Den wollte Lutz erst spielen, nahm ihn dann aber wieder zurück.} 12. Bxb5 Nxa2+ $1 13. Kd2 c6 { und Schwarz ist wieder da.}) 12. e5 Qf5 13. Qxf5 Bxf5 14. exf6 Bxf6 {[#] Lutzes Kommentar: "Jetzt fühle ich mich wieder wohler." Schwarz hat seinen Mehrspringer gegen einen Minusbauern eingetauscht. Dafür ist die Stellung jetzt übersichtlicher. Der Wechsel von einer Stellung mit Material mehr, das niemanden nutzt hin zu einer Stellung mit Minusbauern und klaren Perspektiven für die auf dem Brett verbliebenen Figuren nimmt dem Angreifer den Wind aus den Segeln. Ich zumindestenshätte lieber mit der Figur weniger weitergespielt. } 15. Bf4 d5 16. Bd6+ $6 {Der Trend geht zugunsten von Schwarz. Der Zug kippt nicht sofort die Partie. Aber der Faden ist weg.} (16. Bb3 {gefiel mir nicht, weil ich den Läufer auf b3 im Abseits wähnte. Es wäre jedoch die bessere Entscheidung gewesen.} a5 17. a3 Na6 18. g4 $16 {Weiß muss neu Anlauf nehmen.} ) 16... Be7 17. Bxb4 (17. Bxe7+ Rxe7 $16 {Wieder wollte ich Lb3 aus den oben genannten Gründen nicht spielen und auch Ld3 sah nicht gerade verlockend aus. Deswegen schlug ich den Springer anstatt des Läufers.}) 17... Bxb4 18. Bd3 Bxd3 19. Rxd3 Bxc3 20. Rf3+ Kg8 21. Rxc3 Re2 {[#] Nun ist der Vorteil von Weiß nur noch marginal. Schwarz ist aktiv genug, um den kleinen materiellen Nachteil auszugleichen. Mehr als Remis sollte nicht mehr drin sein.} 22. Rf1 Rae8 23. Kd1 R8e4 24. Rd3 Kf7 25. f3 Re7 26. Rd2 R2e3 27. c3 Kf6 28. Kc2 Kf5 29. b4 b5 30. Rff2 Kf4 31. Kb3 g5 ({Dennoch gibt es anscheinend einen Gewinnweg für Schwarz.} 31... Kg3 32. Rc2 g5 33. a4 a6 34. a5 h5 35. Rcd2 h4 36. Kc2 Kf4 $19) 32. Rc2 h5 33. a4 {Hier vereinbarten wir Remis. Lutz meinte er würde noch etwas versuchen wollen. Wir probierten noch ein bißchen und waren uns dann einig, dass lediglich weiße Gewinnversuche noch zum Verlust für Weiß führen sollten.} *